Staubige Safari-Drehscheibe statt Postkarten-Stadt: Hier erfährst Du, was Dich in Maun wirklich erwartet und wie der Aufbruch in die Wildnis abläuft.

    Maun — das ehrliche Tor zum Okavango Delta

    5· 144 Bewertungen
    312+ Reisendeseit 2011

    Maun ist für fast jede Botswana-Reise der Ausgangspunkt — das logistische Tor zum Okavango Delta. Hier erfährst Du ehrlich, wie Du nach Maun kommst, wie es von dort in die Camps weitergeht und welche praktischen Dinge (Geld, Internet, Übernachtung) Du vor dem Aufbruch in die Wildnis wissen solltest.

    SC
    Sebastian Canaves
    Zuletzt aktualisiert am
    Maun — das ehrliche Tor zum Okavango Delta

    Maun — das Tor zum Okavango Delta

    Maun ist für fast jede Botswana-Reise der Ausgangspunkt. Die Stadt liegt am Südrand des Okavango Deltas und ist die logistische Drehscheibe der Region: Hier landen die internationalen Zubringer (meist via Johannesburg), hier starten die Buschflüge in die Camps, hier sitzen die Safari-Veranstalter und die letzten großen Supermärkte vor der Wildnis.

    Ehrlich gesagt: Maun ist keine schöne Stadt im klassischen Sinn. Es ist eine staubige, funktionale Safari-Boomtown — kein Reiseziel an sich, sondern das praktische Tor zur Wildnis. Und genau so solltest Du es einplanen.

    Mit rund 60.000 Einwohnern (Zensus 2011; neuere Schätzungen liegen über 85.000) ist Maun die fünftgrößte Stadt Botswanas und Verwaltungssitz des North-West-Distrikts (Ngamiland). Sie liegt auf etwa 948 m Höhe am Südostrand des Okavango-Beckens, direkt am Thamalakane-Fluss.

    Auf einen BlickWert
    LageSüdostrand des Okavango Deltas, North-West-Distrikt (Ngamiland)
    Höhe~948 m über dem Meer
    Einwohner~60.000 (2011), neuere Schätzungen über 85.000
    Rang5. größte Stadt Botswanas
    Gegründet1915 als Hauptstadt der Batawana
    FlughafenMaun International (IATA: MUB, ICAO: FBMN)
    FlussThamalakane
    WährungBotswanischer Pula (BWP)

    Von der Stammeshauptstadt zur Safari-Boomtown — Mauns Geschichte

    Maun wurde 1915 gegründet, als Kgosi (Chief) Mathiba I. die Hauptstadt der Batawana hierher verlegte. Der Name stammt aus der Sprache der San und bedeutet sinngemäß „Ort des kurzen Schilfs" — ein Hinweis auf die Lage am Wasser.

    Bis heute prägen mehrere Volksgruppen die Stadt. Viele Herero leben in und um Maun: Ihre Vorfahren flohen Anfang des 20. Jahrhunderts vor dem Kolonialkrieg und Völkermord im damaligen Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) über die Grenze nach Ngamiland. Die markanten Trachten der Herero-Frauen gehören seither zum Bild der Region.

    Lange war Maun ein abgelegener Verwaltungsort am Rand der Kalahari. Erst mit dem Aufstieg des Okavango-Tourismus wurde daraus die geschäftige Safaristadt von heute: Flugcharter, Lodges, Werkstätten und Supermärkte reihen sich entlang der staubigen Hauptstraße.

    Der Thamalakane — Mauns Lebensader

    Der Thamalakane fließt mitten durch Maun und markiert die natürliche Südgrenze des Okavango-Systems. Hier endet das Wasser des Deltas: Was nicht verdunstet oder versickert, sammelt sich entlang dieser tektonischen Linie.

    Für Reisende ist der Fluss das schönste Gesicht der Stadt. Viele Lodges und Camps liegen direkt am Ufer — mit Blick auf Reiher, Eisvögel und mit etwas Glück Flusspferde, während die Sonne über dem Schilf untergeht. Ein erster, ruhiger Vorgeschmack auf das Delta.

    Zwischen Stadt und Wildnis verläuft zudem einer der berühmt-berüchtigten Veterinärzäune Botswanas — Absperrungen, die Vieh- von Wildtiergebieten trennen sollen. Sie sind bis heute umstritten, weil sie auch alte Wanderrouten der Wildtiere durchschneiden.

    Anreise: So kommst Du nach Maun

    Der Maun International Airport (IATA: MUB, ICAO: FBMN) ist Dein Tor in die Region. Von Europa gibt es keine Direktflüge — Du fliegst zunächst nach Südafrika und von dort weiter. Hauptverbindung ist Johannesburg (rund zwei Stunden Flug), daneben gibt es Verbindungen ab Kapstadt, Gaborone und Windhoek; bedient wird die Strecke vor allem von Airlink.

    Kurios: Gemessen an den Flugbewegungen ist Maun der betriebsamste Flughafen Botswanas — was an den unzähligen kleinen Buschfliegern (meist Cessnas) liegt, die von hier in die Delta-Camps starten. Nach Passagierzahlen liegt er hinter Gaborone auf Platz zwei.

    Auf der Straße ist Maun weiträumig angebunden: Bis Gaborone sind es rund 850 km (gut acht bis neun Stunden auf Asphalt), nach Kasane am Chobe etwa 250–300 km (teils Piste, in der Regenzeit anspruchsvoll). Selbstfahrer erreichen Maun über den Highway A3 via Francistown.

    Plane den Umstieg in Johannesburg mit Puffer — für den Wechsel vom internationalen zum nationalen Bereich solltest Du drei bis vier Stunden einrechnen. Von Maun geht es dann per Geländewagen oder Buschflieger weiter; tiefe Delta-Camps sind oft nur aus der Luft erreichbar. Bei unseren beiden Reisen organisieren wir die Transfers ab Maun komplett — Du musst Dich um nichts kümmern.

    Was Du in Maun selbst sehen kannst

    Maun ist Auftakt, kein Postkartenziel — doch für einen halben Tag vor dem Aufbruch lohnen sich ein paar Stopps:

    Nhabe Museum

    Das kleine Nhabe Museum sitzt in einem britischen Militärgebäude von 1939, das im Zweiten Weltkrieg als Beobachtungsposten gegenüber den deutschen Truppen im benachbarten Südwestafrika diente. Heute zeigt es Kultur und Geschichte Ngamilands — Herero- und Batawana-Handwerk, Korbflechterei und die Naturgeschichte des Deltas. Vor dem Haus erinnert ein Denkmal an die traditionelle Korbflechtkunst der Region.

    Maun Educational Park

    Am Stadtrand, entlang des Thamalakane, liegt der Maun Educational Park — ein kleines Schutzgebiet, in dem Du mit etwas Glück Letschwe-Antilopen, Gnus, Impalas, Zebras, Giraffen und Warzenschweine siehst, ganz ohne weite Anfahrt.

    Fluss, Markt & Forschung

    Ein Sundowner am Thamalakane, ein Bummel über lokale Märkte mit Herero-Handwerk und Körben — mehr Programm braucht Maun nicht. Wenig bekannt: In der Stadt sitzt auch das Okavango Research Institute der University of Botswana, eine Feldstation, die das Delta wissenschaftlich erforscht. Ein Zeichen dafür, dass Maun mehr ist als nur Durchgangsstation.

    Ab Maun ins Delta: Mokoro, Rundflug & Tagesausflüge

    Mokoro — das traditionelle Einbaum-Kanu

    Das klassische Erlebnis ab Maun ist die Mokoro-Tour: Im traditionellen Einbaum staken Dich ortskundige Poler lautlos durch die flachen Wasserwege — als Tagesausflug oder als mehrtägige Camping-Tour ins Delta. Am eindrucksvollsten bei hohem Wasserstand, etwa von Mai bis Oktober.

    Scenic Flight & Fly-in

    Ein Rundflug (Scenic Flight) im kleinen Propellerflugzeug zeigt das Delta aus der Vogelperspektive — das verzweigte Wasserlabyrinth, Elefantenherden und Inseln, die man vom Boden nie als Ganzes sieht. Anders als bei der reinen Fly-in-Safari, bei der Du in ein abgelegenes Camp eingeflogen wirst, geht es hier nur ums Sehen aus der Luft.

    Game Drives & Moremi

    Wer mehr Zeit hat, fährt von Maun ins Moremi Game Reserve oder ins Khwai-Gebiet — Pirschfahrten im Geländewagen, oft kombiniert mit einer Übernachtung im Busch. Mehr dazu auf unserer Seite zum Okavango Delta.

    Beste Reisezeit für Maun & das Okavango Delta

    Maun bereist Du sinnvollerweise nach dem Rhythmus des Deltas — und der hat einen überraschenden Dreh.

    Das Paradoxon: Wenn es in Maun regnet (Dezember bis März), steht das Delta noch niedrig. Das große Hochwasser kommt erst Monate später — getragen vom Regen, der weit entfernt im Hochland von Angola fällt und rund ein halbes Jahr braucht, bis er das Delta flutet. So steht das Wasser ausgerechnet in der trockenen, kühlen Wintersaison am höchsten. Die vier Fenster im Überblick:

    Nov–März

    Wetter

    Heiß, Regenzeit, Nachmittagsgewitter

    Wildlife

    Delta niedrig, sattes Grün, Zugvögel und Geburtensaison — höchstes Malaria-Risiko

    Grüne Saison

    Weniger Gäste, üppige Landschaft

    Apr–Jun

    Wetter

    Trocken, mild, Nächte kühl bis kalt

    Wildlife

    Die Flut aus Angola zieht ein, das Delta füllt sich — beste Zeit für Mokoro und Boot

    Der Übergang

    Frische Landschaft, ruhiger als die Hochsaison

    Beste Zeit
    Jul–Aug

    Wetter

    Trocken, sonnige Tage, kalte Nächte (teils unter 6 °C)

    Wildlife

    Höchster Wasserstand, hohe Tierdichte, klare Sicht — Top für Wildbeobachtung

    Klassische Hochsaison

    Beste Bedingungen — früh buchen

    Sep–Okt

    Wetter

    Zunehmend heiß, sehr trocken

    Wildlife

    Tiere drängen sich an den letzten Wasserstellen, viel Bewegung und Raubtier-Action

    Späte Trockenzeit

    Heiß, dafür dichte Sichtungen

    Wie das Delta-Wasser entsteht und wandert, erklären wir ausführlich auf der Seite zum Okavango Delta.

    Praktisch vor Ort: Geld, SIM, Einkauf & Tanken

    Maun ist Deine letzte voll ausgestattete Station vor der Wildnis. Was Du hier erledigen solltest:

    GeldLandeswährung ist der Pula (BWP). In Maun gibt es Banken und Geldautomaten (u. a. First National Bank, Standard Chartered, Absa). Im Busch zahlst Du nur bar.
    SIM & InternetLokale Anbieter sind Mascom, BTC und Orange — SIM-Karten und Guthaben gibt es an vielen Kiosken. In der Stadt funktioniert mobiles Internet meist, im Delta bist Du bewusst offline.
    SupermärkteMit Spar und Choppies findest Du Vollsortiment-Supermärkte — die letzte verlässliche Gelegenheit, Vorräte und Wasser zu kaufen.
    TankenMehrere Tankstellen in der Stadt. Selbstfahrer sollten vor der Abfahrt in die Parks immer volltanken und für Moremi/Khwai Reservekanister mitnehmen.
    Allrad-MieteWer selbst fährt, braucht zwingend ein 4×4 — meist Toyota Hilux oder Land Cruiser, auf Wunsch mit Dachzelt.
    WerkstättenMaun hat Kfz-Werkstätten und Ausrüster — die letzte Chance für Reparaturen und Ersatzteile vor der Piste.

    Gesundheit & Sicherheit

    Malaria

    Nordbotswana und damit auch die Region um Maun ist ein saisonales Malaria-Risikogebiet, vor allem in und kurz nach der Regenzeit (November bis April). Sprich rechtzeitig mit Deinem Arzt über eine Prophylaxe und schütze Dich abends mit langer Kleidung und Mückenmittel.

    Impfungen

    Neben dem aktuellen Standardschutz werden je nach Reiseart Impfungen wie Hepatitis A und Typhus empfohlen. Die individuelle Beratung übernimmt am besten ein Reise- oder Tropenmediziner.

    Unterwegs

    Nachtfahrten auf den Überlandstraßen solltest Du vermeiden — Elefanten, Rinder und Esel stehen oft unbeleuchtet auf der Fahrbahn. Maun selbst gilt als vergleichsweise sicher; normale Umsicht reicht. Leitungswasser ist in der Stadt aufbereitet, unterwegs greifst Du besser zu Flaschen- oder gefiltertem Wasser.

    Maun bei unseren Reisen

    Beide unserer Botswana-Reisen beginnen und enden in Maun. Am Ankunftstag treffen wir die Gruppe, lernen die Guides kennen und stimmen uns auf die kommenden Tage ein — bei der Okavango-Safari fahren wir anschließend ins Kwapa Camp, beim Wilderness Trail ins Khwai. Maun ist also weniger Ziel als Auftakt: der letzte Moment mit Netz, Supermarkt und Asphalt, bevor die Wildnis übernimmt.

    Mehr zu unseren Reisegebieten findest Du auf den Seiten zum Okavango Delta und zum Khwai-Schutzgebiet.

    Rund um Maun & den Aufbruch in die Wildnis

    Aufbruch in Maun
    Aufbruch in Maun
    Geländewagen-Transfer ins Delta
    Geländewagen-Transfer ins Delta
    Erster Game Drive nach Maun
    Erster Game Drive nach Maun

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    Von Maun direkt in die Wildnis

    Bei unseren Reisen ist die gesamte Logistik ab Maun organisiert. Du buchst nur den Flug — wir kümmern uns um den Rest.

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